Montag, 26. August 2013

Tag Neun

Die Einführungswoche ist vorbei - jetzt hat der Ernst des Studienjahres begonnen. Letzte Woche den ganzen Tag in der Altstadt und rum um Jerusalem unterwegs, heute von 8.30 bis 17 Uhr fast ausschließlich im Hörsaal (abgesehen natürlich vom Mittagessen). Letzte Woche gespanntes Harren auf die Dinge, die da kommen, heute sind wir schon mittendrin. 

Eine Änderung hat der Vorlesungsplan schon erfahren: Prof. Max Küchler kann aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. (Für alle Nicht-Theologiestudenten: Er ist DER Grand-Monsieur der Archäologie Jerusalems. Sein Buch zu der Stadt umfasst über 1000 Seiten.) Aber sein Assistent ist gekommen und springt für den bereits emeritierten Prof. ein und hat es bereits geschafft uns einen kurzweiligen Nachmittag zu bescheren. :-)

Am Vormittag sind wir gleich mitten in christlich-islamische Debatten um Erlösung und Offenbarung eingestiegen. Sie wird von einem kath. Dogmatikprofessor, der sich auch im Islam gut auskennt (u.a. arabisch und türkisch spricht) und einem muslimischen Professor für Koranexegese gehalten. Meine Erkenntnis des Tages: Muslime sehen in der Wissenschaft den Koran beiweitem nicht als absolutes Wortgottes, wie gedacht. Hier muss man stärker differenzieren. Das sagt der Koran auch über sich selbst. Freies Zitat: "Wenn das Meer Tinte wäre, um das Wort Gottes aufzuschreiben, würde sie ausgehen, bevor alles aufgeschrieben wäre."

Bilanz:

- Ich finde mich in der Altstadt einigermaßen zurecht.
- Jüdische Männer beten sehr viel lauter als jüdische Frauen.
- Die Küche kocht sehr gerne irgendwas mit Champignons (in der Zeit 4 Mal)
- Die Bundeslade ist nicht bei der Tempelzerstörung verloren gegangen. Sie steht in der evangelischen Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg. Hier der Beweis!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen