Freitag, 14. Februar 2014

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen

Der Titel eines Films
Der Drehort: die Grabeskirche
Die Hauptdarsteller: Mönche verschiedener christlicher Kirchen, die dort beten, arbeiten und schlafen.

Heute Abend haben wir den Film gemeinsam angeschaut.
Zu Wort kommen 6 Mönche und die beiden Oberhäupter der muslimischen Familien, die für das Öffnen und Schließen des Eingangsportals verantwortlich sind. Ich hab ihn zum ersten Mal gesehen. Es ist spannend, wenn man schon selbst dort Gottesdienst gefeiert hat und jetzt auf einmal mit der Kamera hinter das Grab blickt und den koptischen Priester bei der lauten Orgel den Kopf schütteln sieht. Mir ist bewusst geworden, wie vertraut mir die Kirche schon ist. Bei vielen Kameraeinstellungen weiß ich sofort, was gezeigt wird. Ich kenne die Wege durch die Kirche. Selbst einige Mönche, die ins Bild kommen, habe ich schon gesehen. Ich kenne die unterschiedlichen Gewänder der orthodoxen und orientalischen Mönche. Es ist mir in gewisser Weise vertraut und doch immer noch fremd. Wir haben laut gelacht, haben über manche Aussagen den Kopf geschüttelt aber  spätestens bei dem Handgemenge während der Palmsonntagsprozession fassungslos hingesehen. Wir haben davon gehört, dass sie sich dort um Putzpläne streiten, dass die Mönche manchmal handgreiflich werden. Aber es zu sehen ist nochmal anders.

Trotzdem habe ich einen weiteren Punkt auf meine "Was will ich hier noch machen"-Liste gesetzt: Mich eine Nacht in der Grabeskirche einsperren lassen  
und die Liturgien der verschiedenen Kirchen aber auch die Ruhe ohne Pilgerströme zu erleben.


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