Die Vorlesung hat etwas eigentlich für mich als langjährigen Ministranten "sehr Vertrautes" in den Mittelpunkt gestellt. Sie begannen mit persönlichen Fragen, die mir bewusst gemacht haben, wie selten ich mich bewusst außerhalb der Messfeier, damit auseinandergesetzt habe.
Was bedeutet Dir persönlich Eucharistie und Abendmahl?
Welche Erlebnisse aus der Kindheit oder Jugend fallen Dir dazu ein?
Was stößst Dich ab oder ärgert Dich, was zieht Dich an?
Welche Rolle spielt Eucharistie oder Abendmahl in Deinem Alltag?
Danach haben wir der ökumenischen Arbeitsweise folgend zunächst die biblischen Texte betrachtet und die geschichtlichen Entwicklungen nachvollzogen. Doch die wichtigen Themen, bei denen wir viel diskutiert haben waren dann: Was verstehen wir (in den verschiedenen Kirchen) unter Realpräsenz? Kann man es mit der Transsubstantiationslehre noch erklären? Daran schließen sich Fragen nach dem Laienkelch in kath. Kirchen, nach der Aufbewahrung von gewandeltem Brot (wie lange "hält" Realpräsenz?) an.
Für mich horizonterweiternd war die Diskussion um Eucharistie/Abendmahl als Opfer. Hier wurden mir die Worte, die ich zu meiner Zeit als Zeremonial fast auswendig konnte, und ihre Zweideutigkeit an vielen Stellen nochmal sehr viel bewusster. Auch die Enddiskussion zum Thema Abendmahlsgemeinschaft klingt noch in mir nach.
Ich hab mir fest vorgenommen, mich jetzt weiter damit auseinanderzusetzen, aber schon strömen mit Frau Merz und Frau Gärtner neue Eindrücke und Anregungen auf mich ein. Ich hoffe es gelingt mir.
In der Vorlesung ging es auch immer wieder um das Vorgehen der Ökumenischen Theologie. Dabei steht fest, dass die Ökumenische Theologie nicht selbst eine Einheit oder Kirchengemeinschaft herbeiführen kann, aber sie kann die Grundlagen dafür schaffen, z.B. indem sie zeigt, dass das lutherische und das kath. Verständnis von Christi Anwesenheit in Abendmahl bzw. Eucharistie gar nicht so weit auseinander liegen. Vielleicht könnte die Gemeinschaft der Christen so funktionieren:
"In notwendigen Dingen die Einheit.
In fraglichen Dingen die Freiheit.
In Allem die Liebe."
(Augustinus)

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